- 05.10.2026
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Jugendschutz: Postulat fordert bessere Umsetzung des TabPG
Flooffy, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons
Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Tabakproduktegesetzes (TabPG) bestehen bei dessen Umsetzung weiterhin Lücken, insbesondere beim Jugendschutz. Nationalrat Christophe Clivaz hat ein Postulat eingereicht, das den Bundesrat auffordert, die Lücken bei der Umsetzung des Gesetzes zu identifizieren und konkrete Massnahmen zu deren Behebung vorzuschlagen.
Seit dem 1. Oktober 2024 ist der Verkauf von Tabakprodukten und E-Zigaretten an unter 18-Jährige in der ganzen Schweiz verboten. Testkäufe zeigen jedoch, dass Minderjährige weiterhin regelmässig an diese Produkte gelangen.
2025 meldeten lediglich fünf Kantone Testkäufe gemäss TabPG. Bei 77 von insgesamt 286 Testkäufen wurden Produkte widerrechtlich an Minderjährige verkauft – das entspricht rund 27 Prozent. Bei E-Zigaretten lag dieser Anteil sogar bei über 50 Prozent.
Online-Verkauf als besondere Herausforderung
Der Online-Verkauf stellt eine der Schwachstellen bei der Umsetzung dar. Eine kürzlich vom AT Schweiz durchgeführte Untersuchung zu «Superpuffs» zeigte, dass E-Zigaretten mit bis zu 150'000 beworbenen Zügen und hohen Nikotinkonzentrationen schnell erhältlich sind – teilweise mit unzureichenden Alterskontrollen.
In einem anlässlich der Einreichung seines Postulats veröffentlichten Video geht Christophe Clivaz auf die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des Verkaufsverbots an Minderjährige ein, insbesondere im Online-Handel.
Das von Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Parteien unterstützte Postulat fordert den Bundesrat auf, eine Bestandsaufnahme der Umsetzung des TabPG vorzunehmen und für jede festgestellte Lücke entsprechende Massnahmen vorzuschlagen.
Dieser Vorstoss greift auch Feststellungen auf, die das AT Schweiz am 1. Oktober anlässlich des zweijährigen Bestehens des TabPG veröffentlicht hat: Das neue Gesetz hat wichtige Lücken geschlossen, seine Umsetzung bleibt jedoch uneinheitlich, während sich der Markt für Tabak- und Nikotinprodukte schneller entwickelt als der regulatorische Rahmen.
Mehr erfahren:
– Postulat von Christophe Clivaz
– Zwei Jahre TabPG: Ein Gesetz, das vom Nikotinmarkt bereits überholt wird
– Unsere Untersuchung zu «Superpuffs»