Erhebung «Gesundheit & Lifestyle»: E-Zigarette wichtigstes Einstiegsprodukt bei Jugendlichen

Die rasche Diversifizierung von Tabak- und Nikotinprodukten verändert die Konsumgewohnheiten in der Schweiz grundlegend. Laut den von Sucht Schweiz ausgewerteten Ergebnisse der aktuellen «Erhebung Gesundheit & Lifestyle» (EGL) steigen Jugendliche überwiegend mit der E-Zigarette in den Nikotinkonsum ein. Gleichzeitig nimmt der kombinierte Konsum mehrerer Produkte zu.

Heute konsumieren 23 % der Bevölkerung ab 15 Jahren mindestens einmal im Monat ein Tabak- oder Nikotinprodukt. Von diesen nutzen zwei Drittel die Produkte täglich. Die wachsende Produktvielfalt geht mit einer Zunahme des parallelen Konsums einher: Ein Viertel der Nutzerinnen und Nutzer greift auf mehrere Produkte zurück.

Bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren verändern sich die Verhaltensweisen deutlich. Die E-Zigarette ist dort inzwischen ebenso verbreitet wie die klassische Zigarette und stellt mittlerweile das wichtigste Einstiegsprodukt dar. Diese Wegwerfprodukte («Puffs»), oft aromatisiert, sind besonders beliebt, wobei süsse oder fruchtige Geschmacksrichtungen klar bevorzugt werden.

Diese Entwicklung geht mit einer anhaltenden Schwierigkeit beim Aufhören einher: Obwohl etwa die Hälfte der Konsumierenden den Wunsch äussert, auszusteigen, haben nur 14 % der Erwachsenen, die fünf Jahre zuvor noch geraucht haben, den Konsum ganz eingestellt. Gleichzeitig nimmt die unfreiwillige Exposition gegenüber Rauch und Dampf zu, insbesondere bei jungen Erwachsenen.

Angesichts dieser Situation unterstützt die Bevölkerung weitgehend eine Verschärfung der Regulierungsmassnahmen. Eine grosse Mehrheit spricht sich für die Ausweitung rauch- und dampffreier Räume sowie für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten aus.

Die repräsentative «Erhebung Gesundheit und Lifestyle» (EGL) wurde vom Bundesamt für Statistik (BfS) im Auftrag des Tabakpräventionsfonds (TPF) durchgeführt und von Sucht Schweiz ausgewertet. Die Inhalte der Erhebung werden vom TPF gemeinsam mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestimmt. Sie unterstreichen die Dringlichkeit, politische Massnahmen an die rasche Entwicklung des Marktes und der Konsumformen anzupassen. Zugleich erinnern sie daran, dass nikotinhaltige Produkte trotz teilweise verharmloster Risikowahrnehmung ein hohes Suchtpotenzial besitzen und gesundheitsschädliche Auswirkungen haben.

https://www.suchtschweiz.ch/publication/produits-du-tabac-et-de-la-nicotine-resultats-de-lenquete-sante-et-lifestyle-2025-et-evolutions-recentes/

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