Passivrauchen


  • 15,8 % der Bevölkerung ab 15 Jahren sind mindestens eine Stunde pro Woche dem Tabakrauch anderer Personen ausgesetzt; bei 6,5 % ist es im Durchschnitt eine Stunde pro Tag.
  • Besonders häufig sind junge Menschen, Männer, Personen mit einem niedrigen Bildungsabschluss (obligatorische Schule), die ausländische Bevölkerung sowie Menschen in der italienisch- und französischsprachigen Schweiz von Passivrauchen betroffen.
  • Die ersten landesweiten Erhebungen, die die Belastung durch Tabakrauch und den Dampf von E-Zigaretten (ENDS) vergleichen, zeigen: Die Belastung durch Tabakrauch ist nach wie vor etwas verbreiteter als jene durch E-Zigaretten-Dampf.
  • Besonders viele junge Menschen sind jedoch dem Dampf von E-Zigaretten ausgesetzt: Rund ein Viertel der 15- bis 17-Jährigen und der 18- bis 24-Jährigen gibt an, häufig oder sehr häufig damit in Kontakt zu kommen.

Passivrauchen bedeutet, sowohl den Rauch eines brennenden Tabakprodukts als auch den von Rauchenden ausgeatmeten Rauch einzuatmen. Es stellt ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Dieser sogenannte Passivrauch enthält mehrere Tausend chemische Substanzen, von denen Hunderte giftig und mindestens 70 krebserregend sind[1]. Weitere Informationen zu den Auswirkungen und Folgen finden Sie auf unserer Seite Passivrauch.

6,5 % der Bevölkerung sind täglich dem Tabakrauch anderer ausgesetzt

Das Schweizer Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten stellt detaillierte Zahlen zur Dauer der Passivrauchbelastung bereit (Obsan, 2026[2]). Demnach gaben 2022 fast drei Viertel der Bevölkerung ab 15 Jahren (73,7 %) an, nie dem Tabakrauch anderer Personen ausgesetzt zu sein. Bei 15,8 % betrug die Belastung mindestens eine Stunde pro Woche. 6,5 % waren dem Rauch anderer im Durchschnitt mehr als eine Stunde pro Tag ausgesetzt. Dieser Anteil lag etwas tiefer als in den Schweizerischen Gesundheitsbefragungen (SGB) von 2017 (9,2 %) und 2012 (9,9 %) und deutlich unter dem Wert von 2007 (20,3 %). Damals dauerte es noch drei Jahre, bis die gesetzlichen Massnahmen zum Schutz vor Passivrauchen auf nationaler Ebene in Kraft traten.

Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind deutlich stärker betroffen

Die Daten der SGB 2022 zeigen zudem erhebliche Unterschiede nach Alter: In den jüngsten Altersgruppen geben deutlich mehr Personen an, im Durchschnitt mindestens eine Stunde pro Tag dem Tabakrauch anderer ausgesetzt zu sein. Dies trifft auf 17,3 % der 15- bis 19-Jährigen, 13,4 % der 20- bis 24-Jährigen und 10,2 % der 25- bis 34-Jährigen zu. Auch Personen mit einem niedrigeren Bildungsabschluss (obligatorische Schule und Sekundarstufe II), Menschen in der italienisch- und französischsprachigen Schweiz, Personen ohne Schweizer Staatsangehörigkeit sowie Erwerbslose sind deutlich stärker von Passivrauchen betroffen.

Passivrauchbelastung bei Nichtrauchenden und weitere Schätzungen

Vertiefende Analysen der SGB 2022, die auf der Website des Schweizer Monitoring-Systems Sucht und nichtübertragbare Krankheiten veröffentlicht wurden[3], zeigen: 2022 waren 4,1 % der Nichtrauchenden mindestens eine Stunde pro Tag Passivrauch ausgesetzt (Obsan, 2026[2]). 2017 und 2012 hatte dieser Anteil jeweils 6 % betragen, 2007 noch 16 %. Die SGB-Daten erlauben keine direkten Aussagen zur Passivrauchbelastung während der Schwangerschaft und keine genaue Bestimmung der Belastung von Kindern und Jugendlichen. Auf der Grundlage der Erhebung von 2017 wurde jedoch geschätzt, dass etwa jede achte schwangere Frau während der Schwangerschaft raucht und mindestens 27 % der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren mit einem rauchenden Elternteil zusammenleben (BFS, 2020[4]).

Belastung durch Passivrauch und E-Zigaretten-Dampf

Die vertiefenden Analysen der Erhebung Gesundheit und Lifestyle 2025 liefern erstmals landesweite Daten sowohl zur Passivrauchbelastung als auch zur Belastung durch den Dampf von E-Zigaretten (ENDS) (Notari et al., 2026[5]). Demnach war fast die Hälfte der Bevölkerung (44,3 %) zumindest gelegentlich Tabakrauch ausgesetzt; etwa jede siebte Person (15,1 %) gab an, häufig damit in Kontakt zu kommen. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung (34,1 %) war zumindest gelegentlich E-Zigaretten-Dampf ausgesetzt. Mehr als jede zehnte Person (11,1 %) berichtete von einer häufigen oder sehr häufigen Belastung. Junge Menschen sind mit Abstand am stärksten betroffen: Ein Viertel der 15- bis 17-Jährigen (25,0 %) und mehr als ein Drittel der 18- bis 24-Jährigen (33,5 %) geben an, häufig oder sehr häufig Tabakrauch ausgesetzt zu sein. Bei E-Zigaretten-Dampf ist die häufige oder sehr häufige Belastung in diesen beiden Altersgruppen vergleichbar: Jeweils rund ein Viertel ist betroffen, nämlich 24,9 % der 15- bis 17-Jährigen und 23,5 % der 18- bis 24-Jährigen. Von allen Befragten, die über eine Belastung durch Passivrauch oder E-Zigaretten-Dampf berichteten, nannten die meisten öffentliche Orte im Freien wie Bushaltestellen oder Bahnsteige (62,8 %), gefolgt von Restaurant- und Caféterrassen (56,5 %). Weitere häufig genannte Situationen waren Konzerte (34,6 %), Besuche bei Freundinnen und Freunden (28,9 %) sowie Arbeitspausen (24,7 %). Seltener wurde eine Belastung zu Hause (10,0 %) oder direkt am Arbeitsplatz (9,4 %) angegeben.


[1] U.S. Department of Health and Human Services (2006). The Health Consequences of Involuntary Exposure to Tobacco Smoke - A Report of the Surgeon General. Atlanta, GA: U.S. Department of Health and Human Services, Centers for Disease Control and Prevention, National Center for Chronic Disease Prevention and Health Promotion, Office on Smoking and Health. Download.

[2] https://ind.obsan.admin.ch/fr/indicator/monam/tabagisme-passif-age-15 ; eingesehen am 30.04.2026.

[3] https://ind.obsan.admin.ch/fr/monam; eingesehen am 30.04.2026.

[4] OFS (2020) : Actualité OFS - Enquête suisse sur la santé 2017 – Consommation de tabac en suisse. OFS. Neuchâtel. Download.

[5] Notari, L., Amos, J., & Delgrande Jordan, M. (2026). Produits du tabac et de la nicotine – Résultats de l’Enquête Santé et Lifestyle 2025 et évolutions récentes. Addiction Suisse. Download.

AT Schweiz, April 2026