Snus und andere Formen von Mundtabak

Snus ist ein rauchloses Tabakprodukt, das in der Schweiz erst seit 2019 erlaubt ist. Mit Ausnahme von Schweden ist es im Rest der Europäischen Union verboten. Er ist bei Jugendlichen sehr beliebt, da er überall diskret konsumiert werden kann, vor allem in Klassenzimmern. Um das EU-Verbot zu umgehen, gibt es inzwischen Formen von Snus auf dem Markt, die keinen Tabak enthalten.

„Snus" ist die Bezeichnung für die in Schweden traditionell verbreitete Form des rauchlosen Schnupftabaks. Es handelt sich um ein feuchtes, gemahlenes orales Tabakprodukt, das typischerweise zwischen Oberlippe und Zahnfleisch gelegt wird, oft als loser, gemahlener Tabak oder in Beuteln, die wie kleine Teebeutel aussehen. Der Snus wird in der Regel etwa 30 Minuten lang im Mund behalten (ohne zu kauen), bevor er weggeworfen wird. Zu den typischen Inhaltsstoffen gehören Wasser, Natriumchlorid, Feuchthaltemittel (eine Substanz, die den Snus feucht hält), Natriumbikarbonat und Aromen.  Obwohl verschiedene Produkte in ihrem pH-Wert variieren, hat Snus typischerweise einen pH-Wert im Bereich von 7,8-8,5, um sicherzustellen, dass das Nikotin schnell durch die Schleimhaut aufgenommen wird.

Snus ist keine gesunde Alternative:

Snus ist keine gesunde Alternative zum Rauchen und die Benutzer und Benutzerinnen entwickeln eine Nikotinabhängigkeit. Globale Erkenntnisse über den Konsum von rauchlosem Tabak deuten auf starke Assoziationen mit Rachenkrebs, ischämischen Herzerkrankungen, Schlaganfällen und ungünstigen perinatalen Ergebnissen hin.

Snus unter Jugendlichen:

Der Snus-Konsum ist in den jüngeren Generationen immer noch am weitesten verbreitet. Da der Tabakkonsum eine der wichtigsten Determinanten für Krankheit ist, könnten sich verändernde Muster des Tabakkonsums, einschliesslich des Snus-Konsums, auf den Gesundheitszustand dieser Generationen auswirken, wenn sie älter werden. Snus-Konsum könnte ein Weg vom Rauchen zu einer weniger ungesunden Form des Tabakkonsums sein - ein Weg, die Tabakabhängigkeit aufrechtzuerhalten, anstatt sie zu verlassen, oder, beim Übergang vom Nicht-Konsum zum Snus-Konsum, ein Weg zu einem ungesünderen Lebensstil.

Snus als Einfallstor zum Rauchen:

Einige Forscher propagieren den Gebrauch von rauchlosem Tabak als sicherer als Zigarettenrauchen und als mögliche Methode zur Raucherentwöhnung, aber rauchloser Tabak könnte eine Einstiegsdroge sein, die zum Rauchen führt, und die Verfügbarkeit und Vermarktung von rauchlosem Tabak kann Raucher davon abhalten, mit dem Rauchen aufzuhören.

Quellen

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