Rauchstopp 16- bis 18-Jährige

Motivation zum Rauchstopp in der postobligatorischen Schule: Wie Jugendliche beim Rauchstopp unterstützt werden können

Genug vom Rauchen?

Im Idealfall würden junge Raucherinnen und Raucher nach wenigen Jahren wieder mit dem Rauchen aufhören.

  • Damit würden die Gesundheitsschäden von Teer, Kohlenmonoxid und anderen Schadstoffen im Tabakrauch entweder ganz vermieden oder doch in den meisten Fällen so klein sein, dass sich die betroffenen Organe in kurzer Zeit wieder erholen.
  • Das Aussteigen würde nach kurzer Raucherkarriere leichter fallen, weil sich die mit dem Rauchen verbundenen Handlungen und Situationen noch nicht tief in den Lebensstil eingegraben haben.

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Nichts kommt von selbst

Der Einstieg ins Rauchverhalten hatte seine Gründe: Neugier, rauchende Mitschüler, Gruppendruck, erwachsen wirken, ansprechende Werbebilder und anderes können dabei eine Rolle gespielt haben. Ein Rauchstopp ergibt sich aber nicht von selbst. Dazu braucht es:

  • die Einsicht, dass einem das Rauchen, genau betrachtet, nichts bringt.
  • eine entwickelte, starke Persönlichkeit, um aus der Gruppe der Raucher auszuscheren und einen neuen, eigenen Weg zu gehen.

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Was Sie tun können

Es kann vom Zufall abhängen, ob die jugendlichen Raucher ihr Rauchverhalten je überdenken. Dies muss nicht sein: Schulen und Freizeitbereich könnten den Zufall ausschalten, indem die Jugendlichen:

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Raucherzonen

Raucherzonen kennzeichnen

Schulen sind meist bereits als rauchfreie Zone gekennzeichnet. Diese Regelung ist die folgerichtige Antwort auf die nun schon zehn Jahre alte Schweizerische Untersuchung, wonach auch Passivrauchen gesundheitsschädigend sein kann. Darauf hat ja auch die Eidgenossenschaft 1993 mit einer Bestimmung im Arbeitsgesetz reagiert, und viele Freizeiteinrichtungen haben die entsprechenden Schlüsse gezogen und in Regelungen umgesetzt.

Dort, wo es mit der Einführung eines allgemeinen Rauchverbots harzt, sind glasklare Regelungen Garant für den Schutz der NichtraucherInnen und können zusätzlich als täglicher Denkanstoss für die RaucherInnen dienen.

Raucherzonen wahrnehmen

Bezeichnen Sie alle Räume klar. Das Schild "Rauchzone" wird den RaucherInnen immer wieder in Erinnerung rufen, dass sie sich in ihrem Verhalten von anderen unterscheiden, so sehr unterscheiden, dass eine Trennung angebracht ist. Die Neugier, weshalb denn eigentlich eine räumliche Zonentrennung besteht, wird früher oder später zu Überlegungen führen.

Allein schon durch Beschilderung "Raucherzone" können Sie den entscheidenden ersten Kick zum Bewusstwerden geben. "Ich bin Raucher/in". Dies ist anders als das Bewusstsein "Ich bin Teenager, ich bin Schüler/in, ich bin Lehrling". Raucher sein ist eine Aussage zum Lebensstil und zum Gesundheitsverhalten. "Ich bin Raucher/in" beschreibt einen Zustand, der aus dem Einüben einer Handlung und nicht auf Grund eines Entscheides, den man gefällt hat, entstanden ist. Dies ins Bewusstsein zu bringen ist der erste Schritt zum Ausstieg.

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Informieren und motivieren

Darüber reden

Sprechen Sie das Thema Rauchen - behutsam - an, wann immer Sie können:

  • Frei sein vom Rauchen bringt viele Vorteile - Unabhängigkeit, Fitness, nicht stinken, Geld sparen...
  • Einige schliessen ihre Pubertät mit dem Rauchstopp ab. Nicht schlecht
  • Aufhören zu rauchen ist ein starkes Stück Arbeit. Alle Achtung vor denen, die das schaffen.
  • Je rascher man aufhört, desto leichter fällt's einem.
  • Unglaublich, wie rasch und wie heftig das Nikotin abhängig macht.
  • Erstaunlich, welche Wirkung auf Herz und Kreislauf schon die ersten Züge aus der Zigarette haben.
  • Hier ist's kurz beschrieben (diverse Broschüren). "Nimm's mit."
  • Die Rekrutenprüfungen beweisen es: Nichtraucher sind fitter.
  • Wenn Ihr raucht, dann passt auf, dass niemand passiv raucht, denn auch das ist schon schädlich.
  • Es gibt Aufhörprogramme, die speziell für Jugendliche gemacht wurden.
  • Wenn Du genug vom Rauchen hast und aussteigen willst, dann helfe ich Dir gerne dabei.

Motivieren

Machen Sie Aussagen zum Rauchen, nicht zur rauchenden Person selbst. Lassen Sie den Entscheid zum Rauchstopp reifen, drängen Sie nicht. Nehmen Sie vor allem den jungen RaucherInnen den Entscheid nicht vorweg.

Diese müssen selber bestimmen, ob sie die Risiken, die das Rauchen in sich birgt, in Kauf nehmen wollen oder nicht. Voraussetzung ist natürlich, dass sie die Risiken kennen. Dazu gibt's Merkblätter und Broschüren. Sorgen Sie dafür, dass immer ein paar davon herumliegen.

Selbstvertrauen stärken

Dazu gibt's viele wissenschaftlich abgestützte Programme. Sie müssen nicht tabakspezifisch ausgerichtet sein. Es ist aber von Vorteil, darauf zu achten, dass sie in die Suchtprävention passen.

Rollenspiele zum Einüben des Ablehnverhaltens sind sehr beliebt. Sie eignen sich dazu, den Einstieg unter Gruppendruck zu verhindern. Da sich diese Programme auch an bereits Rauchende wenden, gilt es, die Fähigkeiten zu stärken, sich im Verhalten von der Gruppe abzuwenden, ohne die Freunde dadurch zu verlieren. Darin stark erscheinen, einen andern Weg einzuschlagen, setzt ein gut entwickeltes Selbstvertrauen voraus.

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Unterstützen

Wer glaubt, Jugendlichen falle der Rauchstopp leicht, liegt falsch. Die Motivstudie aus dem Jahr 1997 "Warum rauchen Jugendliche?" hat gezeigt, dass, je nach Alter, ein Drittel bis die Hälfte der jugendlichen RaucherInnen bereits gescheiterte Aufhörversuche hinter sich haben. Deshalb brauchen die Jugendlichen Ihre Unterstützung:

  • Nehmen Sie Anteil am Vorhaben des Jugendlichen, das Rauchen aufzugeben.
  • Nehmen Sie die Aufhörwilligen ernst.
  • Hören Sie zu, wenn Jugendliche erzählen, wie sie das Problem anpacken wollen.
  • Zeigen Sie, dass auch Sie bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln und an sich an der Rauchstopp-Arbeit zu beteiligen.
  • Schieben Sie bei jeder Gelegenheit ein bisschen Motivation nach.
  • Versuchen Sie die Ausstiegswilligen mit Nichtrauchern in Kontakt zu bringen.
  • Erkundigen Sie sich regelmässig über den Verlauf des Rauchstopps.
  • Belohnen Sie jede Erfolgsmeldung ein ganz klein wenig.
  • Heben Sie zwischendurch die Vorteile der Rauchfreiheit hervor.
  • Seien Sie hellhörig, wenn's nicht mehr so glatt läuft. Vielleicht genügt schon Ihr Mitgefühl zum neuen Anlauf.

Gemeinsam

Die ganze Klasse kann unterstützend wirken, indem sie aktiv Anteil nimmt an der Befindlichkeit der Aufhörwilligen während des Rauchstopps.

  • Für alle weniger als vorher gerauchten Zigaretten werfen die Helfer zwei Bonbons in eine Glasschale.
  • Helfer überraschen Aufhörwillige mit kleiner Anerkennung für jede Erfolgsmeldung
  • Wer zu rauchen aufgehört hat, wird zum Rauchstopp-Superstar und unterstützt die Verbleibenden aktiv.
  • Zwei Säulen (Nichtraucher und Raucher) führen. Verschiebung zugunsten NR feiern.
  • Rückfallgefahren gemeinsam diskutieren.
  • Rückfälle und deren Behebung in Rollenspielen üben.

Nachfragen

Und ist der Ausstieg geschafft, dann:

  • Zeigen Sie, dass der neue Lebensstil ansprechend auf die Umwelt wirkt, dass der Betroffene freier, gelöster, positiver als vorher ist.
  • Lassen Sie nicht nach, sich nach dem Durchhalten zu erkundigen.
  • Kontrollieren Sie durch Nachfragen, ob sich der Ex-Raucher gut fühlt.
  • Fragen Sie nach der Reaktion der Freunde auf den Rauchstopp.
  • Nehmen Sie bei Bedarf Einfluss auf die Stärkung des Selbstvertrauens.
  • Stellen Sie sicher, dass der Ex-Raucher die Rückfallgefahren kennt und gewappnet ist.

Weiterhelfen

Sollte ein Rückfall passiert sein:

  • Nehmen Sie sich Zeit für den Rückfälligen
  • Motivieren Sie den Rückfälligen zum sofortigen erneuten Rauchstopp.
  • Begleiten Sie den neuen Rauchstopp.
  • Der Rückfall muss einen Grund gehabt haben. Vielleicht gelingt es Ihnen, dort anzusetzen.
  • Belohnen Sie während der ersten Zeit jede rauchfreie Woche mit einer kleinen Aufmerksamkeit.

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