Rauchstopp 12- bis 16-Jährige

Rauchstopp-Motivation in der Schule

Nachdem auf der Unterstufe als Vorlauf zur Suchtprävention die Stärkung sozialer Kompetenzen zur Anwendung kam, ist mit Beginn des Einstiegsalters ins Rauchen die substanzspezifische Primärprophylaxe sinnvoll.

Rauchen ist gesellschaftlich (immer noch) akzeptiert, (noch) für jedes Alter erlaubt, billig, und Nikotin ist als psychoaktive Substanz rasch wirksam.

Die Jugendlichen sollen in ihrem Nichtrauchen bestärkt werden, weil das Abhängigkeitspotential des Nikotins sehr stark ist und der Schritt vom gelegentlichen zum regelmässigen und bald abhängigen Rauchen kurz ist.

Falls Jugendliche rauchen, soll rasch gehandelt und alles daran gesetzt werden, dass jugendliche Raucher/-innen möglichst bald wieder aussteigen. So können eine grössere Nikotinabhängigkeit und gesundheitliche Schäden vermieden werden.

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In Klassen, in denen bereits Schüler/-innen rauchen...

...wird das Rauchverhalten mit Vorteil thematisiert. Wegschauen und Schweigen würde von Raucher/-innen und Nichtraucher/-innen als Zustimmung interpretiert.

Sekundärpräventionsmassnahmen können auch im Klassenverband eingesetzt werden. Es hilft nicht, den Rauchbeginn zu bejammern. Er ist erfolgt, und nun gilt es, Ausstiegswilligen den Weg zu ebnen. Dazu kommt, dass in dieser Altersgruppe die Zahl der Einsteiger/-innen rasch wächst.

Es schadet nicht, wenn Nichtraucher/-innen vor Augen geführt wird, dass der Rauchstopp kein Kinderspiel ist.

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Ziel

Die Raucherinnen und Raucher sollen zum Ausstieg motiviert und anschliessend beim Rauchstopp optimal unterstützt werden.

Im Klassenverband bedeutet dies:

  • als Rauchergruppe den Rauchstopp eines Freundes zu akzeptieren, ihn deswegen nicht auszuschliessen, sondern in seinem Verhalten zu bestätigen
  • die Wirkungen von Gruppendruck und Werbung zu thematisieren
  • als Klasse aktiv Anteil zu nehmen, sich mit dem Aufhörwilligen über Erfolge zu freuen, die schwierigen Situationen mitzutragen und gemeinsam zu meistern, die erbrachte Leistung des Rauchstopps zu honorieren
  • ein wachsames Auge auf Rückfallgefahren zu haben
  • den Nichtraucher/-innen Einblick in das grosse Abhängigkeitspotential des Nikotins zu gewähren

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Einbettung

Im Rahmen der Gesundheitsförderung und darin speziell der Suchtprävention wird das Thema Tabakkonsum in der Regel gesondert behandelt. Die Abhängigkeit vom Nikotin wird unter "Suchtentwicklung" meist diskutiert.

Die Frage ist angebracht, ob einige in der Klasse rauchen und schon wieder aussteigen möchten und wünschten, dass sich die Klasse unterstützend beteilige. So haben 14- bis 15-jährige Rauchende noch keine längere Rauchkarriere hinter sich, weshalb bloss 28 Prozent meinen, ein Rauchstopp sei schwierig. Jugendliche unterschätzen aber stark das Abhängigkeitspotential des Nikotins.

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Regeln

Die Klasse besteht meist aus einer grossen Gruppe von Nichtraucher/-innen und einer kleinen von Raucher/-innen. Dies birgt Gefahren in sich. Es gilt, das unterstützende Element der Gruppe zu nutzen, und das trennende Element durch Spielregeln auszuschalten.

Es muss klargestellt werden, dass die Nichtraucher/-innen in der Klasse nicht die besseren Menschen sind, nicht die gescheiteren und nicht die bräveren, sondern dass sie einfach ein Problem weniger haben und deswegen Energien einsetzen wollen, um die Ausstiegswilligen auf ihrem schwierigen Weg zu begleiten und zu stützen.

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Die Bereitschaft zum Rauchstopp

Schüler/-innen haben die Tendenz, in der ersten Begeisterung mit Feuer und Flamme für eine Sache einzustehen. Vor einem überstürzt beschlossenen Rauchstopp müssen sie gewarnt werden. Ein solcher Entscheid muss reiflich überlegt werden, und dem Rauchstopp muss eine gründliche Vorbereitung vorangehen.

Raucher/-innen legen bis zum sicheren Rauchstopp einen Weg in mehreren Etappen zurück:

  • Die sorglosen Raucher/-innen werden durch kleine Denkreize (Plakate und andere Werbemittel, Tabakpräventionskampagnen, Welttag ohne Tabak am 31. Mai, Zeitungsartikel, Diskussionen, Rauchstopp eines Freundes, Husten, fehlender Zigarettenvorrat...) dazu gebracht, sich als "Raucher oder Raucherin" wahrzunehmen und ihr Verhalten zu hinterfragen.
  • Die nachdenklichen Raucher/-innen. Diese Phase kann unter Umständen lange dauern. Die nächsten Schritte im Rauchstopp-Prozess erfolgen wieder aufgrund von Denkanstössen.
  • Die ausstiegswilligen Raucher/-innen. Der Entschluss zum Rauchstopp reift langsam. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass dieser Prozess bei Jugendlichen anders verläuft.

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Gemeinsam motivieren

  • Bei der Behandlung des Tabakkonsums im Gesundheitsunterricht die Problematik des Rauchstopps diskutieren.
  • Einsatz von Werbeträgern zum Nichtrauchen (Kleber, Postkarten, Plakate)
  • Geistreiche Karikaturen am Schwarzen Brett (z.B. Pfuschi Cartoons)

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Vorbereitung zum Rauchstopp

  • Information über die unmittelbaren Wirkungen von Nikotin, Kohlenmonoxid, Teer und Reizgasen muss ausreichend sein. Siehe Opens internal link in current window"Fakten" oder Opens internal link in current windowUnterrichtseinheit Rauchen
  • Anschauungsmaterial (Papiertaschentuch, durch das eine Zigarette geraucht wurde) und Erlebnisberichte einsetzen.
  • Das Abhängigkeitspotential des Nikotins und die Prägung durch die Rauchgewohnheit erklären, Fallbeispiel.
  • Der feste Wille zum Rauchstopp muss entwickelt werden. Der Rauchstopptag muss gut vorbereitet werden.
  • Alternative Handlungen als Ersatz für jede einzelne nicht gerauchte Zigarette müssen gefunden werden (siehe Opens internal link in current window"Rauchstopp")

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Gemeinsam überlegen

  • Wirkungen von Stoffen im Tabakrauch, investierte Zeit dient sowohl Nichtraucher/-innen als auch Raucher/-innen
  • Diskussion über die Vorteile der Freiheit ohne Tabakrauch.
  • Wettbewerb: Gute Ideen zu Alternativhandlungen zum Rauchen.
  • Rauchstopptag als Klassenhappening (Schulausflug, Freudenfeuer, Klassendisco)
  • Aufhörwillige können zwei Kamerad/-innen zu Helfern ernennen.
  • In Rollenspielen Aussteigen (wie sag' ich's meinen Freunden) üben

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Begleitung der Aufhörwilligen

  • Anteilnahme der Klasse an der Befindlichkeit der Aufhörwilligen während des Reduzierens des Zigarettenkonsums
  • Während Konsumreduktion regelmässige Kohlenmonoxidmessung in der Fachstelle, Apotheke, Arztpraxis anbieten
  • Kleinste Schritte im Rauchstopp-Prozess als Erfolge feiern
  • Rauchstopplinie 0848 000 181 anrufen: Wer eine geeignete Aufhörmethode wählt, hat mehr Erfolg beim Rauchstopp. Die speziell ausgebildeten Beraterinnen und Berater wissen genau Bescheid. Auch können sich alle beim Aufhören von der Rauchstopplinie begleiten lassen und bis zu vier Rückrufe und Beratungen erhalten.

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Gemeinsam unterstützen

  • Für alle weniger als vorher gerauchten Zigaretten werfen die Helfer zwei Bonbons in eine Glasschale.
  • Die volle Schale wird am Elternabend aufgestellt, besprochen und die Eltern werden zur Unterstützung ermuntert.
  • Helfer überraschen Aufhörwillige mit kleiner Anerkennung für jede Erfolgsmeldung
  • Wer zu rauchen aufgehört hat, wird zum Rauchstopp-Superstar und unterstützt die Verbleibenden aktiv.
  • Zwei Säulen (Nichtraucher und Raucher) führen. Verschiebung zugunsten Nichtraucher/-innen feiern.
  • Rückfallgefahren diskutieren
  • Rückfälle und deren Behebung in Rollenspielen üben

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