Berufslehre ohne Rauch: Leitfaden für Lehrbetriebe

Ziel der Berufslehre ohne Rauch

Das Ziel einer Berufslehre ohne Rauch besteht darin, die Rauchfreiheit der jungen Auszubildenden zu erhalten bzw. den Rauchkonsum der jungen Auszubildenden zu senken. Dadurch soll ihre Gesundheit gefördert und ihre Abhängigkeitsentwicklung verhindert bzw. reduziert werden.

Teilziele einer Berufslehre ohne Rauch

  • Durch die Gewöhnung an eine rauchfreie Umgebung während der Arbeitszeit wird das Bewusstsein der Jugendlichen gestärkt, dass Rauchen als Stilelement zur Persönlichkeitsausstrahlung nicht nötig ist.
  • Durch rauchfreie Arbeitszeit wird die Abhängigkeitsentwicklung bei jungen "Freizeitrauchern" erschwert.
  • Durch Rauchfreiheit während 8 Stunden der Aktivzeit wird die Gewohnheit, ohne (oder tagsüber ohne) Rauchen zu leben, gestärkt.
  • Multiplikatoreneffekt im Freundeskreis und in der Familie: die rauchfreien Jugendlichen können auch andere animieren, auf ihren Tabakkonsum zu verzichten.

Ein Gewinn für die Jugendlichen, aber auch für den Betrieb

Die Vermeidung von Abhängigkeit ist ganz klar ein Gewinn für jeden Menschen. Weniger bekannt sind aber die Nachteile, die dem Betrieb durch das Rauchen ihrer Angestellten während der Arbeitszeit entstehen.

  • Reinigungskosten fallen vermehrt an. Dies nicht nur durch die vollen Aschenbecher, sondern auch durch die feinen Partikel, die sich auf allen glatten und porösen Flächen niederlassen. Der klebrige Teer haftet besonders hartnäckig.
  • Materialschäden entstehen durch Unachtsamkeit. Der Raucher muss seine Aufmerksamkeit aufteilen in Arbeitsleistung und Aufsicht über seine brennende Zigarette. Dies gelingt nicht immer. Manchmal zu Ungunsten des Materials.
  • Fachleute sagen, dass auch die beste und teuerste Lüftung nicht gut genug ist, die feinen Teile und die Gase aus dem Zigarettenrauch komplett abzusaugen. Und an einer blossen Umwälzung und somit gleichmässigen Verteilung dieser Schadstoffe auf Raucher und Nichtraucher ist niemand interessiert. Spätestens seit bekannt ist, dass Passivrauchen zu Gesundheitsschäden führen kann, ist jeder Arbeitgeber dem durch das Arbeitsgesetz geforderten Schutz vor Passivrauchen verpflichtet.
  • In Studien werden die Mehrkosten pro Raucherarbeitsplatz durch entgangene Arbeitszeit aufgrund häufiger Rauchpausen, und durch Unfall- sowie Brandfolgen auf jährlich Fr. 500.- beziffert.

Umsetzung des Projektes Berufslehre ohne Rauch

  • Anreiz zur "Berufslehre ohne Rauch" schaffen durch Anerkennung / Belohnung / Vorteile
  • Informationsmöglichkeiten zum Tabakkonsum als Stützungselement wahrnehmen
  • Multiplikatoreneffekt ermöglichen und fördern
  • Glaubwürdigkeit wahren, indem auch das berufliche Umfeld rauchfrei gehalten wird
  • Zusammenarbeit mit Berufsschule und anderen Lehrbetrieben sichern
  • Zusammenarbeit mit regionalen Tabakpräventionsfachstellen sichern
  • Eltern bzw. Erziehungsberechtigte informieren

Erfahrungsaustausch

Bitte kontaktieren Sie die AT, wenn Sie noch Fragen stellen oder andere an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen möchten.