Für ein starkes Tabakproduktegesetz

(at) Wegen der hohen Gesundheitsschäden unterscheiden sich die Tabakprodukte grundsätzlich von den anderen legalen Konsumgütern. Die Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz verlangt deshalb ein umfassendes Verbot von Werbung, Promotion und Sponsoring für Tabakwaren.

Die Hälfte der Raucherinnen und Raucher, die Zigaretten getreu der Werbung konsumieren, stirbt an tabakbedingten Krankheiten, ein Viertel vor und ein Viertel nach dem 70. Geburtstag. In der Schweiz sterben jährlich 9500 Menschen an den Folgen des Rauchens. Die hohen Gesundheitsschäden rechtfertigen strengere Regeln für die Tabakprodukte als für die anderen Konsumgüter. Dafür setzen sich Krebsliga Schweiz, Lungenliga Schweiz, Schweizerische Herzstiftung, Sucht Schweiz und Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz mit der Kampagne Tabakwerbung NEIN ein.

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Das Geschäft mit der Zigarette hat ein Problem

Einerseits wegen der Tabaktoten und anderseits wegen der Exraucherinnen und Exraucher geht die Anzahl der Kundinnen und Kunden der Tabakindustrie tendenziell zurück. Weil die meisten Raucherinnen und Raucher vor dem 21. Lebensjahr anfangen zu rauchen, versuchen die Tabakkonzerne vor allem in der Zielgruppe der Jugendlichen, mit Werbung, Promotion und Sponsoring neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen.

Die Gesundheit ist höher zu bewerten als das Tabakgeschäft

Um Kinder und Jugendliche vor den schädlichen Auswirkungen des Tabakkonsums zu schützen, ist im Tabakproduktegesetz ein umfassendes Verbot von Werbung, Promotion und Sponsoring zu verankern. Die Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz fordert deshalb:

  • Keine Tabakwerbung in den Printmedien, im Internet einschliesslich der sozialen Medien, auf Plakaten, in Kinos und an den Verkaufsstellen.
  • Keine direkte Verkaufsförderung durch Gratisabgabe von Tabakwaren, etwa durch Hostessen in Clubs.
  • Keine indirekte Verkaufsförderung durch Produkte wie Kleider oder Schuhe, die das Logo oder den Namen einer Zigarettenmarke tragen und gerade Jugendliche immer wieder an das Rauchen erinnern.
  • Keine Verkaufsförderung durch Rabatte auf Tabakwaren. Besonders Jugendliche sind preisbewusst und finden Aktionen im Stil von 3 für 2 attraktiv.
  • Keine Promotion durch Wettbewerbe oder Werbespiele rund um Tabakwaren.
  • Kein Sponsoring öffentlicher sowie privater Anlässe durch Tabakfirmen. Die Tabakkonzerne reduzieren mehr und mehr die Werbung im öffentlichen Bereich und verstärken stattdessen die Werbeaktivitäten im privaten Bereich. Sie gehen sogar so weit, private Parties junger Leute zu sponsern.

Umfassende Verbote sind wirksam

Ein Verbot aller Formen von Werbung, Promotion und Sponsoring löst eine signifikante Senkung des Tabakkonsums aus. Das ist das Hauptergebnis der Studie «Neue Erkenntnisse zu Marketing und Werbung bei Tabakerzeugnissen», die die Eidgenössische Kommission für Tabakprävention 2011 veröffentlicht hat.

Hingegen sind Teilverbote etwa von Inseraten in Printmedien, die sich mehrheitlich an Minderjährige richten, höchstens beschränkt wirksam. Werbeverbote in bestimmten Bereichen führen einfach dazu, dass die Tabakkonzerne die Werbemittel in Bereiche verschieben, in denen Werbung, Sponsoring, Promotion weiterhin erlaubt sind. Heute fliessen die finanziellen Mittel der Tabakindustrie grösstenteils in das Sponsoring, die direkte und die indirekte Verkaufsförderung.

Die Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz will mit einem weitgehenden Verbot der Vermarktung von Tabakprodukten und der ihnen im Gesetz gleichgestellten Produkte wie die E-Zigaretten einen wichtigen Beitrag leisten für eine zukünftige Generation, die weniger raucht. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Allianz auf breiten Rückhalt angewiesen.

Herausgeberin: Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz
Text: Nicolas Broccard
Stand: Dezember 2015